Geschichtlicher Überblick

Zeittafel

Bereits in der Bronze- und Eisenzeit siedeln Menschen am strategisch wichtigen Donauübergang bei Mautern

1. Jh. n. Chr. | Errichtung eines römischen Militärlagers ("Favianis") zunächst in Holz-Erde-Ausführung.

100 | In Favianis bezieht die cohors II Batavorum Quartier, es folgt ihr 10 Jahre später die cohors I Aelia Brittonum Millaria. Beide Verbände zählen zu den Auxiliaren, von den Römern rekrutierten Hilfstruppen.

180 | Zerstörung des Befestigungsanlagen und der Siedlung im Zuge der Markomannenkriege.

300 | Die Legio I Noricorum wird in Favianis stationiert.

450 | Klostergründung durch Severin von Noricum ("der Heilige Severin").

482 | Severin stirbt am 8. Jänner in seinem Kloster bei Mautern.

511 | Der Kirchenschriftsteller Eugippius verfasst die "Vita Sancti Severini", eine Biographie Severins, die sehr anschaulich dessen Leben und Wirken in Noricum beschreibt.

893 | Übergang Mauterns in den Besitz des Stiftes Kremsmünster und Patrozinium der Agapitskirche (Nikolaihof).

9. Jh. | Nennung von Mautern in den Fuldaer Annalen als "civitas mutarensis" (Siedlung der Mauteinnehmer).

902/906 | Nennung in der Raffelstettener Zollordnung als Zollstation der fränkisch-bayerischen Ostmark.

985-991 | Mautern kommt in den Besitz des Bistums Passau.

11. Jh. | Die Pfarrkirche St. Stephan entsteht.

1083 | Gründung des Stifts Göttweig durch Bischof Altmann von Passau.

1137 | Der "Tauschvertrag zu Mautern" wird zwischen dem Bischof von Passau und dem Markgrafen Leopold IV abgeschlossen. Als Folge dieses Vertrags kommt es zum Bau des Wiener Stephansdoms.

13. Jh. | Eine erste Textversion des Nibelungenlieds erscheint: Krimhild passiert auf ihrer Brautfahrt nach Osten den Ort "Mutaren" (Mautern) und verabschiedet sich hier von Bischof Pilgrim.

1276-79 | König Rudolf I. erteilt bürgerliche Freiheiten, das Befestigungsrecht und die hohe Gerichtsbarkeit.

14. Jh. | Die Filialkirche St. Johannes in Hundsheim wird als Wallfahrtskirche erwähnt.

1463 | Erste Belege für die Errichtung einer hölzernen Brücke ("der hölzerne Gatter") über die Donau zwischen Mautern und Stein.

1467 | Verleihung des Stadtwappens durch Kaiser Friedrich III.

16. Jd. | Die Bürger Mauterns wenden sich nahezu zur Gänze der evangelischen Lehre Martin Luthers zu.

17. Jh. | Unter dem Druck der Gegenreformation werden die Mauterner Protestanten gezwungen ihrem Glauben abzuschwören oder die Stadt zu verlassen.

1645-46 | Während Krems und Stein von schwedischen Truppen besetzt werden, gelingt es den Kaiserlichen die Stadt Mautern nach der Zerstörung der hölzernen Donaubrücke erfolgreich zu verteidigen.

1695-96 | Barockisierung der Pfarrkirche St. Stephan durch den Baumeister Carlo Antonio Carlone.

1734 | Die passauische Herrschaft Mautern wird an die Familie Schönborn verkauft.

1805 | Französische Soldaten, die nach der Schlacht bei Loiben mit Booten flußabwärts zu fliehen versuchen, werden in Mautern gefangen genommen.

1848 | Während der Wirren der Wiener Oktoberrevolution fliehen Kaiser Ferdinand und seine Familie samt militärischer Eskorte aus der Hauptstadt und passieren dabei die Donaubrücke Stein-Mautern. Etwas später wird der Reichsratsabgeordnete Hans Kudlich unter dem Vorwurf revolutionärer Agitation auf der Brücke vom Militär festgenommen.

1866 | Aus Furcht vor dem Herannahen der in der Schlacht bei Königgrätz siegreichen preussischen Truppen wird die hölzerne Donaubrücke in Brand gesteckt.

1895 | Fertigstellung der Stahlfachwerkbrücke über die Donau, die die Städte Stein und Mautern verbindet.

1907 | Eine Brandkatastrophe zerstört große Teile des Schlosses Mautern.

1913 | Die Stadtgemeinde Mautern erwirbt das Schönborn'sche Schloss samt Grundbesitz.

1938 | Nach der Annexion Österreichs durch das Deutsche Reich, werden die Ortschaften Mautern, Mauternbach und Baumgarten mit 1. August 1938 zwangsweise in die neue "Gauhauptstadt" Krems eingegliedert. In Mautern erfolgt ein massiver Ausbau der militärischen Infrastruktur durch die deutsche Luftwaffe. Die projektierten Kasernenanlagen werden allerdings nur zum Teil fertiggestellt.

1938-1945 | Die wenigen in Mautern lebenden Juden und als "lebensunwert" bezeichnete Pfleglinge des örtlichen Kreisaltenheims fallen der Verbrechenspolitik des Nationalsozialismus zum Opfer.

1945 | Sowjetische Luftstreitkräfte bombardieren am 17. April die Stadt, etwa 30 Zivilisten und Militärangehörige sterben.

1945 | Mit der Ankunft der ersten Einheiten der Roten Armee in den Morgenstunden des 8. Mai wird auch die Stadt Mautern von der Diktatur der Nationalsozialisten befreit.

1945 | Feierliche Wiedereröffnung der von der deutschen Wehrmacht bei Kriegsende gesprengten und von den Sowjets unter Einsatz von Kriegsgefangenen wieder aufgebauten Straßenbrücke Stein-Mautern am 30. September unter Beisein von Staatskanzler Karl Renner und Vertretern der vier Besatzungsmächte.

1948 | Die Orte Mautern, Mauternbach und Baumgarten werden mit 1. Jänner wieder eigenständige Gemeinden.

1955 | Die letzten sowjetischen Besatzungssoldaten verlassen am 6. September Mautern. Österreich erlangt seine Freiheit zurück.

1957 | Grundsteinlegung für die Julius-Raab-Kaserne des Österreichischen Bundesheeres.

1970 | Die Ortschaft Baumgarten wird in die Stadtgemeinde Mautern eingegliedert.

1972 | Mauternbach und sein Ortsteil Hundsheim werden ebenfalls Teil der Stadtgemeinde Mautern.

1985 | Eröffnung der Römerhalle als regionaler Veranstaltungsort.

2000 | Die Kulturlandschaft Wachau - darunter auch große Teile des Mauterner Gemeindegebiets - wird von der UNESCO zum Weltkulturerbe erhoben.

2009 | Inbetriebnahme der Schutzbauten gegen Donauhochwasser im Ortsteil Hundsheim.