Favianis, das heutige Mautern, lag strategisch günstig am Donaulimes, dort wo sich das Wachauer Engtal wieder öffnet. Auf einer Hochterrasse wurde ein Hilfstruppenlager errichtet, das im Laufe der Jahrhunderte mehrere Umbauphasen durchlief. Anders als viele andere Kastelle wurde Favianis in der Spätantike nicht verkleinert, sondern sogar erweitert – eine Besonderheit in Noricum. Teile der römischen Mauern und Türme sind in der Altstadt bis heute erhalten. Rund um das Kastell lagen Siedlungen und Gräberfelder.
Einen wichtigen Einblick in die spätantike Situation bietet Eugippius’ Lebensbeschreibung des heiligen Severin, der 482 n. Chr. in Favianis wirkte und starb. Sie vermittelt ein anschauliches Bild vom Alltag, den politischen Spannungen und den Kontakten zu benachbarten Völkern.

Sonderausstellung im Rathaus Mautern
Da sich das Römermuseum Mautern derzeit in einer umfassenden Neukonzeptionierung samt Standortwechsel befindet, ist im Rathaus Mautern eine kleine Übergangsausstellung zu sehen: „Favianis – das römische Mautern“.
Gezeigt werden ausgewählte und bedeutende Exponate aus den Sammlungen, die einen kompakten Einblick in das Kastell von Mautern sowie in das zivile Leben am Donaulimes geben.
Die Ausstellung ist kostenlos und während der öffentlichen Amtszeiten zugänglich.
Führungen für Schulen sind nach Vereinbarung möglich.
UNESCO-Welterbe Donaulimes
Mautern ist Teil des seit 2021 Welterbes Donaulimes. Das umfasst die erhaltenen Mauern und Türme des römischen Kastells Favianis sowie die zugehörigen Pufferzonen und unterirdischen Bodendenkmäler.
Hilfreiche Links:
Welterbe Donaulimes
Museen und Vermittlung am Donaulimes
Beitrag im Magazin für Denkmalpflege NÖ:
Denkmalpflege in Niederösterreich Band 71 - Welterbe Donaulimes